Wir passen die Preise zum 1. April 2026 an unsere Kosten an

18.3.2026
 

Entsprechend der Grundsätze unseres solidarischen Handels mit politischen Bewegungen arbeiten wir nicht gewinnorientiert, sondern unsere Preiskalkulation basiert darauf, unsere Kosten zu decken. Jedes Jahr analysieren und prognostizieren wir diese, diskutieren mögliche Ausgaben sowie Einsparungen und bestimmen auf dieser Basis unsere Preise.

Zum 1.4. werden wir daher unsere Preise anpassen:

Für die 500g Packungen: 11,95 €
Für die 250g Packungen: 6,50 €

Preguntando Caminamos 500g: 16,50 €
Preguntando Caminamos 1 kg: 29,50 €

Saak Helu und Preguntando Caminamos unverpackt:

  • 28,50 € pro Kilo im Versand,
  • 28,00 € pro Kilo im Lagerverkauf

Entkoffeinierter Filterkaffee und Espresso (500g): 17,50 €

Damit erhöhen wir unsere Preise nach zwei Jahren Stabilität um durchschnittlich 7,5 %, während Röstkaffee in Deutschland in den letzten 12 Monaten im Schnitt mehr als 21 % teurer geworden ist. Weiter unten findet ihr eine Preiskalkulation für zwei unserer Kaffeesorten. Daraus werden die Gründe für die Preisanpassung deutlich:

  1. Die Rohkaffee-Preise für die Kooperativen sind deutlich gestiegen: Für die Kooperativen aus Chiapas um 10 % im Vergleich zu 2025, für die CENCOIC um 32 %. In den letzten 5 Jahren sind diese Preise gar um 75 bzw. 90 % gestiegen. Teil unseres solidarischen Handels ist, den Kaffeebäuer*innen einen Preis zu zahlen, der ihren Familien wirtschaftliche Stabilität ermöglicht. Durch die meist hohe Inflation in Mexiko und Kolumbien ist es notwendig, die Preise immer wieder zu erhöhen, um den Produzent*innen die gleiche Kaufkraft zu ermöglichen. Außerdem hat in den letzten zwei Jahren die menschengemachte Klimakatastrophe zu geringen Ernten geführt und die Marktmechanismen haben daraufhin den Weltmarktpreis für Kaffee stark ansteigen lassen. Hier sind die Kooperativen und damit auch wir mitgezogen. Wir hätten zwar lieber einen so plötzlichen Anstieg vermieden, freuen uns aber auch, dass die Kaffeebäuer*innen aus den Bewegungen hierdurch mehr für ihre harte Arbeit erhalten und die Preise näher an dem Niveau sind, das ihnen ein gutes wirtschaftliches Auskommen ermöglicht. Allerdings müssen wir leider einschränken, dass bei einem Teil der Bäuer*innen durch die Klimaveränderungen eben auch die Erntemengen gesunken sind, so dass sie teilweise nicht mehr Geld bekommen als vorher.

  2. Wir haben uns entschieden, die Gelder für die beiden Bewegungen – ein weiterer zentraler Aspekt unseres solidarischen Handels – um 10 Cent auf 0,60 € pro Kilo verkauftem Röstkaffee anzuheben. Dies ist einerseits im steigenden Verkaufspreis begründet, andererseits in der schon genannten Inflation und der damit sinkenden Kaufkraft.

→ Durch diese beiden Erhöhungen gehen jetzt rund 45 % unseres Verkaufspreises zurück in die Gemeinden und Bewegungen, aus denen der Kaffee kommt. Bei Kaffee aus herkömmlichen Handel sind es im Schnitt unter 10 % des Preises, den die Kund*innen bezahlen.

  1. Unsere Lohn- und Lohnnebenkosten pro Kaffeepackung sind etwas geringer geworden. Das liegt erstens daran, dass wir unsere Arbeit effektiver gestaltet haben. Außerdem haben wir wieder mehr Kaffee verkauft und dadurch verteilen sich die Lohnkosten auf mehr Kilos. Des Weiteren haben wir in den letzten Jahren höhere Einnahmen durch den Weiterverkauf von Rohkaffee an andere Kaffeehändler/-röstereien erzielt, so dass wir einen wachsenden Teil unserer Lohnkosten hierdurch finanzieren können. Aus Sorge, dass zu stark steigende Preise zu geringeren Verkaufszahlen führen, haben wir uns außerdem gegen eine eigentlich gewünschte Erhöhung unseres Stundenlohns von aktuell 15 € brutto entschieden und nur die Lohnzusatzleistungen um 50 € pro Monat und Person erhöht. Sollten sich die Verkäufe weiterhin positiv entwickeln, hoffen wir, dass nächstes Jahr eine Erhöhung möglich ist.

Wir hoffen, dass ihr die Preissteigerung nachvollziehen könnt. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass diese – im Anbetracht von Löhnen, die bei vielen weniger wachsen als die Lebenshaltungskosten – nicht für alle leicht mitzutragen ist.

Für diejenigen von euch, die uns und die im Kapitalismus benachteiligten Kund*innen zusätzlich unterstützen können, bieten wir in unserem Webshop weiterhin die Möglichkeit eines solidarischen Aufschlags an. Dieser hilft uns, die Preise allgemein etwas niedriger zu halten – wie ihr in der Preiskalkulation seht, aktuell um etwa 0,08 € pro 500g-Packung. Vielen herzlichen Dank dafür!

Solltet ihr Fragen oder Anregungen zu den neuen Preisen und unseren Erläuterungen haben, meldet euch gerne bei uns.

Solidarische Grüße,
Euer Kaffeekollektiv Aroma Zapatista


1. Bio-Filterkaffees Fuego y Palabra gemahlen, 500g

pro 500g Veränderung zu 2025 prozentual
Einkaufspreis Rohkaffee an die Kooperative Yachil Xojobal Chulchán: 170 Mex. Peso/kg1 5,06 € + 0,66 € 45,0 %
Gelder für die zapatistische Bewegung 0,30 € + 0,05 €

Unsere Lohn- und Lohnnebenkosten2 2,52 € - 0,04 € 21,0 %

Transportkosten von Mexiko bis Hamburg 0,08 € 19,0 %
Transport und Lagerung in Hamburg 0,16 €
Rösterei
(Rösten, Mahlen, Verpackung und Abfüllen)
0,74 € + 0,04 €
Kreditzinsen3 0,14 €
Miete, Telefon, Strom für unser Lager und Büro 0,19 €
Rabattgewährung, inkl. Versandkostenumlage4 0,53 €
Weitere Kosten
(Reisen zu den Kooperativen, Kontoführung, Steuerberatung, Büromaterial, Anschaffungen, Versicherung, Infoarbeit, Werbung, Webshop, ...)
0,43 €

Querfinanzierung durch Soli-Aufschlag -0,08 € -0,5 %

Kaffeesteuer5 1,10 € 15,5 %
Mehrwertsteuer (7%) 0,78 € + 0,05 €

Summe 11,95 €





2. Espresso Tierra y Luna ganze Bohne, 500g.

pro 500g Veränderung zu 2025 prozentual
Einkaufspreis Rohkaffee an die Kooperative CENCOIC: 9,65 US-Dollar/kg1 4,99 € + 0,87 € 44,5 %
Gelder für die indigene Bewegung des Cauca 0,30 € + 0,05 €

Unsere Lohn- und Lohnnebenkosten2 2,63 € - 0,09 € 22,0 %

Transportkosten von Kolumbien bis Hamburg 0,09 € 18,5 %
Transport und Lagerung in Hamburg 0,16 €
Rösterei
(Rösten, Verpackung und Abfüllen)
0,65 € + 0,04 €
Kreditzinsen3 0,14 €
Miete, Telefon, Strom für unser Lager und Büro 0,20 €
Rabattgewährung, inkl. Versandkostenumlage4 0,53 €
Weitere Kosten
(Reisen zu den Kooperativen, Kontoführung, Steuerberatung, Büromaterial, Anschaffungen, Versicherung, Infoarbeit, Werbung, Webshop, ...)
0,46 €

Querfinanzierung durch Soli-Aufschlag -0,08 € -0,5 %

Kaffeesteuer5 1,10 € 15,5 %
Mehrwertsteuer (7%) 0,78 € +0,05 €

Summe 11,95 €




Warum sind einige Werte bei den beiden Kosten-Aufstellungen unterschiedlich?
Der Unterschied in den Einkaufspreisen in Euro kommt daher, dass die Kooperativen uns unterschiedliche Preise nennen. Anschließend ist der Wechselkurs zum Euro auch noch ein Faktor.
Die Transportkosten aus Mexiko bzw. Kolumbien sind ebenfalls unterschiedlich, je nach Abfahrtsort, Preisentwicklung, Angebot und wie voll der Container ist (der Preis ist pro Container, egal wie viel Kaffee drin ist; manchmal reicht die von uns aufgekaufte Menge nicht aus, um einen Container zu füllen, und gemeinsame Transporte mit anderen Kaffeekollektiven sind auch nicht immer möglich).
Bei den Kosten für die Rösterei ist vor allem ein Unterschied, ob der Kaffee gemahlen ist oder nicht – denn das Mahlen kostet extra.
Also sind die Kosten, die entstehen bis die Kaffees von der Rösterei zu uns kommen, schon recht unterschiedlich. Im Beispiel etwa zahlen wir 6,34 € für ein 500g-Päckchen Fuego y Palabra
gemahlen und 6,19 € für ein 500g-Päckchen Tierra y Luna ganze Bohne - ein Unterschied von 15 Cent. Die Kaffees, die in Einkauf und Weiterverarbeitung billiger sind, tragen also entsprechend etwas mehr zur Deckung aller anderen Kosten bei (Gehälter, Miete, Kreditzinsen, Rabatte etc.).




1Für ein Kilo gerösteten und gemahlenen Kaffee werden 1,21 Kilo Rohkaffee benötigt.

2 Unser Brutto-Einheitslohn beträgt 15 € pro Stunde. Außerdem erhält jede*r von uns 75 € steuerfreie Lohnzusatzleistungen pro Monat.

3 Zur Finanzierung der großen Ausgaben, die ein Rohkaffee-Kauf für uns bedeutet (normalerweise kaufen wir bei jeder Kooperative einmal pro Jahr den Kaffee für ein ganzes Jahr), haben wir Direktkredite von Freundinnen und Genossinnen und einen Überziehungskredit bei der Bank. Hierdurch können wir die Kooperativen direkt bezahlen, bevor wir den Kaffee verkauft haben. Auf dem kapitalistisch organisierten Kaffeeweltmarkt und auch im Fairen Handel wird der Rohkaffee von den Aufkäufern sonst häufig sehr viel später bezahlt und die Kooperativen müssen diesen vorfinanzieren.

4 Dies sind die Versandkosten, die nicht durch die Versandkostenpauschale, die unsere Kund*innen bezahlen, gedeckt sind – vor allem, wenn eine Bestellung über der Versandkostenfreigrenze liegt.

5 Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen zusätzlich zur Mehrwertsteuer eine Kaffeesteuer erhoben wird. Diese Kaffeesteuer beträgt immer 2,19 € pro Kilo Röstkaffee, unabhängig wie hoch der Verkaufspreis ist.

 
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