Die 26-jährige Kaffeebäuerin Nora Taquinás steht zwischen ihren Kaffeepflanzen. Die Nasa-Indigene berichtet, wie sie 2013 mit dem Anbau auf ihrer eigenen Parzelle begann: „Ich habe die Felder alleine angelegt, selbst geerntet und die Bohnen getrocknet. Es hat mich viel Kraft gekostet. Aber ich finde es sehr schön, in die Erde einzutauchen und Teil dieses Prozesses zu sein.“ Das überträgt sich auch auf Leo, ihren vierjährigen Sohn, der die Parzelle begeistert präsentiert.

Nora Taquinás ist alleinerziehende Mutter und stellvertretende Gouverneurin des Resguardo Indigena (Indigenen Selbstverwaltungsgebiet) von Tacueyó. Als solche trägt sie einen bastón – das Symbol der Amtsträger*innen im Consejo Regional Indigena del Cauca. Dieser wurde hier in der Gemeinde La Susana gegründet. „Mein Vater war 1971 einer der Gründer des CRIC“, erzählt Nora.

Die tragischen Erfahrungen während des bewaffneten Konfliktes haben uns sehr geprägt. Es gibt Frauen, die den Krieg wirklich am eigenen Leib erfahren haben. Aber heute siehst du sie und sie lächeln, sie sind Führungspersönlichkeiten, treiben Veränderungen an, sind Lehrerinnen, geben Kindern Orientierung. Ich sage, unsere Stärke ist die Spiritualität, die uns Mutter Natur gegeben hat. Diese Gabe, trotz allem, weitermachen zu können, etwas aufzubauen.“ Viele in der Bewegung betonen die Bedeutung der indigenen Spiritualität und Weltsicht. Es ist für sie eine zentrale Ressource gegen das seit der europäischen Invasion aufgezwungene westlich-kapitalistische Weltbild, das aus der Natur und den Menschen hier Objekte von Ausbeutung und Zerstörung macht.

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